Die Geschichte des Weihnachtsbaums

Roter Weihnachtsbaum

Eine Zeitreise

Dass Menschen rituell Bäume schmückten, um sich etwas zu wünschen, oder darin eine Zierde sehen oder Äste behängen, weil sie damit einem religiösen Brauch folgen oder einer bestimmten Tradition, ist seit vielen Jahrhunderten üblich. Manchmal handelt es sich dabei um bunte Bänder, die um Zweige oder Stammgewunden werden, um vielleicht ein Zeichen der Liebe zu setzen, oder ein Baum wird geschmückt, um dadurch den Knospen im Frühjahr vorzugreifen und das Auge mit ein wenig Schmuck über den grauen Winter hinwegzutrösten. Obwohl auch im Frühling und Sommer zuweilen Bäume mit Fähnchen oder Bändern geschmückt werden, handelt es sich bei dem Brauch, Bäume bunt zu gestalten, doch eher um eine winterliche Tradition. Der Mangel an Licht und Farben motivierte bereits unsere Vorfahren, gestalterisch wirksam zu werden. So ist es bis heute geblieben. Kaum werden die Tage kürzer, suchen wir vermehrt das Licht der Kerzen, und anstelle von Blumen sind auf einmal verschiedenste Dekorationen in Haus und Garten zu finden. Wir beginnen, es uns schön zu machen, weil es draussen so ungemütlich ist. Ein Teil Magie der alten Tage ist in jeder Kerze von heute noch zu finden, und die Festtage sind geblieben, obwohl die Wintersonnenwende als hohes Datum sich in den Heiligen Abend, das Christfest, verwandelt hat.

Wie weit wir auch geschichtlich zurückdenken, die Menschen suchten schon immer Anlässe, um zusammenzusitzen und sich gemeinsam an etwas zu erfreuen, besonders in der kalten Zeit, in der man früher die Wärme des anderen brauchte, das Feuer eine Überlebensquelle war und Geschichten, Musik und Essen bei Zusammenkünften Abwechslung boten. Es gab viel, was unseren Vorfahren nicht deutlich war. Märchen, Sagen und Fabeln dienten nicht nur der Unterhaltung, sondern waren ein Mittel, die Welt besser oder überhaupt zu verstehen. Wenn man schon beisammen sass, dann sollte es natürlich auch einladend sein. Also begannen die Menschen zu dekorieren. Einerseits aus einem symbolhaften Anlass heraus, andererseits weil geschmückte Bäume, Sträucher oder Räume einfach wundervoll wirken können.

Möglicherweise gab es schon sehr früh so etwas wie eine gegenseitige Inspiration oder freundliche Konkurrenz, wer die schönere Stimmung herbeischmücken konnte. Wenn dem so wäre, es würde mich nicht wundern.